Unsere Gemeinden

Liberale Jüdische Gemeinden

Unsere Gemeinden im Überblick

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Die Liberale Jüdische Gemeinde Bad Pyrmont entstand in der ersten Hälfte des Jahres 1997. Die Gemeinde zählte damals nur wenige Mitglieder, fast ausschließlich Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Aber die Zahl der Mitglieder wuchs schnell. Die Gemeinde entschied sich schon bald für eine religiös liberale Ausrichtung.

Die Hauptaufgaben der Gemeinde bestehen aus:

  • Geschichts- und Religionsunterricht
  • Integration der Migranten in die deutsche Gesellschaft
  • Soziale Programme
  • Jüdische Erziehung

Als die Gemeinde im Jahr 2001 ihre eigenen angemieteten Räumlichkeiten erhielt, konnte sie die Arbeit in den oben genannten Bereichen voll entfalten. Ein glanzvoller und unver- gesslicher Moment im Leben der Gemeinde, der den Status als selbständige Einheit in der liberalen jüdischen Bewegung festigte, war die Übergabe einer Thorarolle im Juli 2004 bei der alljährlichen Tagung der Union progressiver Juden in Deutschland an die Gemeinde. Diese Rolle wurde, um sie vor den Nazis zu retten, in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhun-derts aus Europa nach Südamerika gebracht. Dort wurde sie bis zur Übergabe an die Jüdische Gemeinde Bad Pyrmont in Buenos Aires/Argentinien von einer liberalen Gemeinde verwahrt.

Weiterhin müssen jedoch immer noch größere Veranstaltungen wie Mitgliederversammlungen, Jüdische Feiertage, Konzerte in den Räumen der katholischen Kirche in Bad Pyrmont stattfinden, die diese der Gemeinde dann freundlicherweise zur Verfügung stellen.

Eine Bibliothek und eine Videothek wurden in der Gemeinde eingerichtet, darüber hinaus konnte eine Sozialarbeiterin eingestellt werden. Das Gemeindeleben bekam so einen geregelten Lauf sowie eine gute Infrastruktur. Es entstand eine feste Verbindung und Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Hameln.

Außerdem nimmt die Gemeinde aktiv an allen Veranstaltungen der Union progressiver Juden in Deutschland teil.

Seit 2010 erfährt die Gemeinde auch regelmäßige Betreuung durch einen Rabbiner. Er leitet die Feiertage, sowie den Kabbalat Schabbat und den Schacharit am Schabbat einmal pro Monat. Ansonsten wird die Gemeinde seit vielen Jahren religiös durch ein entsprechend geschultes Mitglied unterstützt. Auch Seminare über die Jüdische Religion und über die Jüdische Geschichte und ihre Traditionen werden von diesem geleitet.

Die Vorsitzende der Gemeinde organisiert Reisen durch Deutschland. Weiterhin gibt es eine pädagogische Betreuung für Kinder sowie eine Schach- und Mathematikschule. Von großer Beliebtheit sind auch das Sonntagskaffee, der Videoclub, Vorträge über Kunst und weitere kulturelle Veranstaltungen.

Gemeinde Bad Pyrmont e.V.
Loewenserstraße 9A
31812 Bad Pyrmont

Tel./Fax: 0 52 81/16 35 05
E-Mail: gembp@gmx.de

Die Jüdische Gemeinde Celle wurde 1997 in der jetzigen Rechtsform gegründet. Sie nutzt ein altes Gebäude, das im Jahre 1740 als Synagoge gebaut und bis 1938 ununterbrochen als Synagoge benutzt wurde.

Die Gemeinde ist klein und hat einen Einzugsbereich von ungefähr 100 Kilometern um Celle herum zwischen Hamburg und Hannover. Gottesdienste, bei denen meistens bis zu 40 Teilnehmern erscheinen, werden nach Absprache einmal monatlich abgehalten.

Zweimal im Monat finden Sprachkurse auf Hebräisch in der Synagoge statt. Unterricht für Kinder wird seit 2001 alle drei Wochen angeboten. Bürotätigkeit, Beratungen und telefonische Auskünfte werden jeden Mittwoch zwischen 15.00 Uhr und 17.00 Uhr durchgeführt.

Regelmäßig werden in der Synagoge mit Unterstützung der Gemeinde Vorträge und Konzerte für die Öffentlichkeit abgehalten, meistens in Zusammenarbeit mit der örtlichen Christlich-Jüdischen Gesellschaft. Die Stadt Celle veranstaltet Ausstellungen mit jüdischen Themen im Gebäude der Synagoge und bietet Führungen durch das Jüdische Gotteshaus an.

Die Gemeinde ist Gründungsmitglied der Union progressiver Juden in Deutschland und des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen.

Gemeinde Celle e.V.
Im Kreise 24
29231 Celle

Tel.: 05141/9 71 25 84

Die Jüdische Gemeinde Göttingen, die 1994 wieder auflebte, sieht sich in der Nachfolge der Vorkriegsgemeinde, die nach dem Ersten Weltkrieg mehr als 600 Mitglieder zählte, heute sind es weit weniger als 200. Sie knüpft an das deutsche Reformjudentum an, das mit Israel Jacobsen sowie der von ihm vor über 200 Jahren gegründeten Israel-Jacobsen-Schule in Seesen starke Impulse erhielt. Der dort 1810 errichtete Tempel wurde in der Pogromnacht vom November 1938 ebenso zerstört wie die während der Kaiserzeit gebaute große Synagoge in Göttingen. 1973 wurde an deren ehemaligem Standort ein Mahnmal mit den Namen der 258 deportierten und ermordeten Juden aus Stadt und Kreis Göttingen errichtet.

Der letzte Gemeinderabbiner war einen Monat vor den Pogromen nach Palästina ausgewandert: Hermann Ostfeld machte sich dort als Zvi Hermon einen Namen als Kriminologe und reformierte das Gefängniswesen in Israel. Zu seinen Amtsvorgängern in Göttingen zählen Dr. Benno Jacob (nach London emigriert, wo er 1945 starb), Dr. Siegfried Behrens (1942 aus Fürth deportiert und im KZ Majdanek ermordet) und Dr. Heimann Auerbach, ein Onkel von Marcel Reich-Ranicki (1939 in die USA emigriert, wo er 1957 starb).

Nach dem Krieg war Göttingen Zufluchtsort für Überlebende der Shoa und für sog. „displaced persons“, Überlebende der Konzentrationslager. Dem Kaufmann Richard Gräfenberg, der als einer von nur vier Juden in Göttingen überlebte weil er mit einer Christin verheiratet war, und Max Lilienthal, ein Versehrter des Ersten Weltkrieges der aus Theresienstadt heimkehrte, gelang es, die Gemeinde wiederzubeleben. Etablieren konnte sich die Gemeinde aber erst dank der Hilfe von Artur Levi aus München, der die Nazizeit in England überlebte und nach dem Krieg nach Göttingen beordert wurde, um beim Aufbau der Demokratie zu helfen. In den 70er und 80er Jahren war er als ehrenamtlicher Oberbürgermeister der Universitätsstadt tätig. Er starb hochgeehrt 2007 und fand seine Ruhestatt auf dem Friedhof der Gemeinde.

Dessen Anlage mit inzwischen fast 500 Grabstellen stammt bereits aus dem 17. Jahrhundert. Seit 2004 verfügt die Gemeinde wieder über ein eigenes Gemeindezentrum und seit 2008 über eine Synagoge. Mit Hilfe eines Fördervereins wurde zunächst das ehemalige Pfarrhaus der Marienkirche-Gemeinde in der Angerstraße zum Jüdischen Zentrum umgebaut. Im Garten dahinter steht die aus Bodenfelde an der Weser translozierte Synagoge. Diese wurde 1825 gebaut und nach Auflösung der dortigen Gemeinde durch die Provinzregierung Hannover im Jahr 1937 an einen Landwirt verkauft, der sie als Scheune nutzte. Im April 2010 konnten endlich auch zwei äußerst wertvolle Torarollen, die schwer beschädigt die Jahre des Naziterrors überstanden hatten und in Miami (USA) gekoschert worden waren, eingebracht werden.

Die Jüdische Gemeinde Göttingen wurde zuerst von Rabbiner Henry Brandt, dann von Rabbiner Gabor Lengyel und dann von Rabbiner Edward van Voolen betreut. Gegenwärtig ist Rabbinerin Jasmin Adriani für die Gemeinde zuständig. Parallel dazu halten Rabbinatsstudenten des Abraham Geiger Kollegs G“ttesdienste in Göttingen ab. Z.Zt. macht Rabbinerstudentin Helene Braun ihre praktische Ausbildung
in dieser Gemeinde.

Seit 2008 ist Jacqueline Jürgenliemk Vorsitzende der Gemeinde.

Die weit überwiegend russisch-sprachigen Mitglieder erhalten eine nachhaltige Sozialberatung. Zum gemeindlichen Angebot gehören dauerhaft Deutschkurse und vielfältige Kulturangebote. Mit dem Gold-Quartett unterhält die Gemeinde eine sehr aktive Musikgruppe.

Gemeinde Göttingen e.V.
Angerstraße 14
37073 Göttingen
Postfach 2202
37012 Göttingen

Tel.: 05 51/6 87 37
Fax: 05 51/6 87 47
E-Mail: jg-goettingen[at]t-online.de
Website: jg-goettingen.de

Hameln ist vor allem bekannt als „Rattenfängerstadt“ und Heimat der Glückel von Hameln, die eine Chronik des Jüdischen Alltagslebens ihrer Zeit (Mitte des 17. Jahrhunderts bis Anfang 18. Jahrhundert) verfasste. Bis zur Reichspogromnacht, in der die Synagoge zerstört und die Jüdische Bevölkerung dezimiert wurde, gab es hier mehr als 400 Jahre lang eine kleine aber lebendige Jüdische Gemeinschaft.

Die Jüdische Gemeinde Hameln wurde 1997 gegründet und ist die erste Jüdische Gemeinde, die nach der Shoa in Hameln entstanden ist. Die Mehrheit der Mitglieder sind Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Inzwischen zählt die Gemeinde über 200 Mitglieder.
Sie ist Mitglied in der Europäischen Region der World Union for Progressiv Judaism.

Die Jüdische Gemeinde Hameln ist eine dynamische Gemeinschaft, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits sehr viel für die Wiederbelebung Jüdischen Lebens in Hameln geleistet hat.
Am 20. Februar 2011 hat die Gemeinde den ersten Neubau einer Reformsynagoge nach dem Krieg in Deutschland fertig gestellt. Die neue Synagoge steht exakt an der Stelle, an der, bis zu ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten am 9. November 1938, die alte Synagoge der Stadt Hameln stand.

Seit 1999 kann der während des 2. Weltkrieges entweihte alte Jüdische Friedhof wieder als Ruhestätte genutzt werden. Ein neuer und größerer von der Stadt Hameln verwalteter Gemeindefriedhof wird noch im Frühjahr 2011 seiner Bestimmung übergeben. Die Jüdische Gemeinde Hameln unterhält auch eine Chevra Kaddisha (Beerdigungsgesellschaft).

Die Jüdische Gemeinde Hameln bietet eine Vielzahl religiöser und sozialer Dienste an wie Feiertags- uns Shabbatgottesdienste, Lebensabschnitt-Zeremonien, einen Grundkurs in Judaismus auf Russisch, eine Religionsschule für Kinder, Erwachsenenbildung, eine Jüdische Musikgruppe und Deutschkurse. Außerdem finden in der Gemeinde viele kulturelle Veranstaltungen statt. Darüber hinaus hilft die Gemeinde bei Bedarf allen nicht-deutschsprachigen Mitgliedern bei Arztbesuchen und anderen Terminangelegenheiten.

Rabbinerin Irit Shillor betreut die Gemeinde religiös, zusätzlich amtieren RabbinerstudentInnen des Abraham Geiger Kollegs (Potsdam).

Die Jüdische Gemeinde Hameln ist aktiv eingebunden in zahlreiche interreligiöse und interkulturelle Veranstaltungen der Stadt Hameln.

Gemeinde Hameln e.V.
Synagogenplatz 1
31785 Hameln

Tel./Fax: 0 51 51/92 56 25
E-Mail: jgh[at]jghreform.org
www.JGHReform.org

Die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover hat sich im September 1995 gegründet. Inzwischen zählt sie mehr als 800 Mitglieder, die Mehrzahl von ihnen jüdische Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion.

Die Gemeinde verfügt seit 2009 über ein eigenes Zentrum für jüdische Studien, Kultur und gesellschaftlichen Dialog.

Das Zentrum umfasst:

  • Synagoge
  • Jüdische Kindertagesstätte „Tamar“
  • Jüdische Sonntagsschule
  • Bar- und Bat-Mitzwa Unterricht
  • Jugendzentrum
  • Kultur- und Bildungszentrum
  • Jüdische „Israel Jacobson Bibliothek“
  • Sozial- und Migrationsberatungsstelle

Religiös wird die Gemeinde von Rabbiner Alexander Kovtun betreut.

Zu den Gottesdiensten und Feiertagen kommen regelmäßig Kantoren von außerhalb zu Besuch. Außerdem verfügt die Gemeinde über einen eigenen Jüdischen Friedhof in Hannover-Lahe.

In der Sozial- und Migrationsberatungsstelle finden regelmäßig nach Vereinbarung Beratungen und Gespräche statt. Schwerpunkt der Gemeindeaktivität ist eine intensive Kinder- und Jugendarbeit.

Dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Mitglieder gibt es ein lebendiges soziales Gemeindeleben. Dazu gehören ein Chor, eine Theatergruppe, eine Musikgruppe, ein Frauencafe, ein Seniorencafe, eine Selbsthilfegruppe, Tanzunterricht, Gymnastik, Yoga, Deutschunterricht, Russisch- und Englischunterricht für Kinder und noch vieles mehr.

Konzerte, Lesungen, Vorträge und wechselnde Ausstellungen finden im Gemeindezentrum regelmäßig statt und erfreuen sich bei Mitgliedern und Freunden eines großen Interesses.
Im interreligiösen und interkulturellen Dialog ist die Gemeinde aktiv und nimmt damit in der Stadt und Region Hannover einen wichtigen Platz ein.

Insgesamt ist die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover eine lebendige jüdische Gemeinschaft, die sich schnell entwickelt und wächst!

Vielen Menschen ist die Zeit des Nationalsozialismus gedanklich fern. Einen Überblick der Geschehnisse dieser Zeit in und um Hannover geben die angefügten Links.

NS-Zeit in Hannover – Fragen

NS-Zeit in Hannover

Gemeinde Hannover K.d.ö.R.
Fuhsestraße 6
30419 Hannover

Tel.: 05 11/2 88 01 00
Fax: 05 11/2 35 39 54
E-Mail: Gemeinde[at]ljgh.de
www.ljgh.de

Die Liberale Jüdische Gemeinde Wolfsburg/Region Braunschweig hat sich im Februar 2005 gegründet. Sie ist zwar klein, aber sehr aktiv und voller Tatendrang. Kulturelle und soziale Projekte sind den Mitgliedern sehr wichtig, vor allem aber auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Gemeinde. Dmitri Tukuser, Vorstandsmitglied der Gemeinde, wünscht sich, dass die Gemeindemitglieder – ausschließlich jüdische Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion – zurück zu ihren Jüdischen Wurzeln finden.

Die Gemeinde trifft sich in angemieteten Räumen in Braunschweig und Wolfsburg und bemüht sich, ab 2011 um den regelmäßigen Besuch eines Rabbiners.

Gemeinde Wolfsburg Region Braunschweig
Schachtweg 14
38440 Wolfsburg
Postfach 3016
38020 Braunschweig

E-Mail: ljgbrawo[at]gmx.net
www.ljg-brawo.de